Deutschland
29.03.2026
Geisterdorf Erkelenz Kayenberg
Angekommen im bekannten Geisterdorf. Parkplätze waren genügend vorhanden. Ausgestiegen kamen schon die ersten Eindrücke auf uns zu. Hier schien alles erst gestern verlassen worden zu sein, doch ist dies schon einige Jahre so. Kein Vandalismus, nichts was zerstört wurde und trotzdem wohnt hier niemand mehr, da dort Grabungen für einen Großkonzern stattfinden sollten, welches zum Glück verhindert wurde. Wir liefen durch die Straßen, ein Haus schöner als das andere, aber keines davon war bewohnt. Was passiert nun mit den Häusern? Angeblich soll es revitalisiert werden, aber die Familien haben sich bereits ein neues, aufgezwungenes Leben woanders wieder aufgebaut.
Ganz klar, hier wurden viele Leben und Freundschaften zerstört. Und das alles, weil dieser Konzern einfach nicht genug bekommt. Jetzt stehen diese Häuser leer, wahrscheinlich kann man sie jetzt günstig vom Konzern aufkaufen und noch etwas mehr hineinstecken, da sich wahrscheinlich nur von außen um die Gebäude gekümmert wurde. Wohnhäuser, Schulen, Kirchen und sogar die Bäckerei kamen hier zu Ruhe und werden wohl nie wieder so belebt sein wie zu damaligen Zeiten.
Wir haben genug gesehen. Fotos wurden tatsächlich nicht viele gemacht, aber Eindrücke wurden hinterlassen. Vor allem von raffgierigen Konzernen. Weiter geht es zur nächsten Location.
Die ehemalige Matratzenfabrik
Nachdem wir die Eindrücke des Geisterdorfes hinter uns gelassen haben, kamen wir schon bald in der nächsten Location an. Eine ehemalige Matratzenfabrik, welche einer wohlhabenden Frau gehörte, welche ihre private Villa auf dem Gelände hat. Den Eingang haben wir gefunden, auch wenn er etwas versteckt war. Und da waren sie, die großen Hallen, wo wahrscheinlich mehrere hundert Menschen am Tag gearbeitet haben. Wir gingen durch die Hallen, nichts Spektakuläres. Nachdem wir ein paar Fotos gemacht haben ging es in die Büros. Hier fanden wir noch einiges Hardware, Material und auch ggf. Hinweise, weswegen diese Firma Insolvenz gegangen ist.
Die Gänge schienen endlos zu sein, doch wurden hier in jeden einzelnen Raum jeden Tag wichtige Entscheidungen zu Gunsten der Firma getroffen. Weiter gehts es zu den nächsten Hallen, doch waren keine Hallen mehr zu sehen. Nur noch Streben und Stahl welche brach auf dem Boden lagen. Hier hatte es wohl vor einigen Jahren gebrannt und einen Teil der Hallen für immer zerstört. Jetzt wurde uns das eigentliche Ausmaß dieser Firma bewusst. Wir schätzen, das dort an die 500–700 Menschen pro Tag ihr Brot verdient haben.
Nun geht es zur Villa der Besitzerin. Einfach zu finden und die Eingangstür stand einladend offen für uns. Beim Betreten der Location ist uns sofort dieser gewaltige Kamin aufgefallen, auf welchen Kerzen standen. Zur Dekoration, dachten wir. Dann ging es los, in den linken Flügel des Hauses. Riesen Regale, voller Bücher und Literatur. Hier schien man sich, nachdem Feierabend etwas entspannen zu wollen. Viele private Fotos, von Firmenfeiern, aber auch private von Familie und Verwandtschaft. Wir machten unsere Fotos und gingen langsam wieder in Richtung Eingang, wo dieser Kamin stand. Ich ging als Erstes und erst dann ist mir aufgefallen, dass die Rote Kerzen angezündet wurde. Das Wachs war schon flüssig, was darauf hinwies, das diese Kerzen schon etwas brennt. Ich habe diese Kerze ausgepustet, da sich lose auf dem Kamin stand und einen Brand verhindern wollte. Es kann sein, das wir hier eventuell nicht alleine sind.
Nun ging es in den rechten Flügel des Hauses. Hier haben wir gesehen, was Menschen sich für ihr Geld kaufen. Einen Pool, eine private Sauna mit nachträglichem Eisbaden. Wir gingen weiter in die Schlafzimmer der Location. Hier ging es auch noch in den Keller und oben war auch noch ein kleiner Dachboden. Im zweiten Schlafzimmer fanden wir eine Tür vor, welche von innen nach außen mit sehr langen Nägeln versehen war. Würde man sich in den Türrahmen stellen und jemand würde die Tür zuschlagen, würde man am ganzen Körper sehr böse verletzt werden. Wir betraten trotzdem den Raum und sahen einige verschlossene Konserven, ein Schlafplatz und etwas zum Kochen. Nebenan lagen noch selbstgebaute Waffen aus rostigen Sachen. Uns war klar, hier würde jemand hausen und in dem Moment hörten wir über uns Schritte. Hier hatte sich in den letzten kalten Wochen und Monaten jemand Zuflucht gesucht. Wir hörten nur ein Murmeln und konnten es nicht deuten, so haben wir also die Location verlassen und ließen die Person dort in Ruhe.