Belgien-Reise: 27-30.04.2026 - Entdecken Sie mehr!

Belgien 

27-29.04.2026

Das Haus des Obdachlosen

Angekommen in Belgien auf dem Weg zur ersten Location. Wir machten eine kleine Pause und haben unsere Sachen zusammengepackt. Mir fiel zwischen den Büschen ein Häuschen auf. Schnell die Rucksäcke wieder ins Auto gelegt und nur die Taschenlampe mitgenommen. Das Haus war offen, es hat auch eine sehr schöne Lage am Fluss, perfekt für eine kleine Ferienwohnung. Als wir drin waren, merkten wir schnell, das hier schon eine Weile niemand mehr wohnt, dennoch war dort ein kleines Bett mit Decke und Klamotten zu finden. Schnell wurde uns klar, hier hausten wahrscheinlich mal Obdachlose und haben hier in der kalten Zeit Zuflucht gefunden. Viel war nicht mehr zu sehen, bis uns auffiel, das in der Scheune nebenan noch sehr viel Material für das Ton-Handwerk war. Die ehemaligen Besitzer hatten entweder dies als Hobby, oder haben es eventuell sogar beruflich gemacht. Wir waren dann insgesamt schnell mit der Location durch und gingen wieder zum Auto, da wir vor Sonnenuntergang an der nächsten Location sein mussten. 

Station Royal d‘Ardenne

Schließlich waren wir wieder am Auto und haben unser Equipment genommen und dann ging es los zur alten Haltestation. Wir sind 45 Minuten einen Berg hochgelaufen und kamen schließlich an ein kleines Dorf an, welches uns aber wieder direkt zu einem Wanderweg durch den Wald führte. Schließlich kamen wir der Haltestation immer und dann kam dort ein Fluss, wovon wir dachten, dass es dort eine Brücke gibt, die uns rüber führt. Jetzt mussten wir überlegen, entweder durch den Fluss, klettern, oder über die aktiven Zuggleise. Wir haben und schließlich für die Gleise entschieden und sind ein kleines Stück zurück. Wir sind über die Zäune und wollten schnell rüber. Mein Kollege ist vorgegangen und kam sehr schnell wieder zurück, da ihm schon ein Zug entgegenkam. Als dieser dann vorbei war, sind wir schnell rüber und kamen direkt auf die Location zu. 

Ein kleiner Trampelpfad hatte uns den Weg in die Location gezeigt und schon waren wir dort. Rucksäcke auf den Boden geworfen und schon wurden die Fotos aufgenommen. Danach hatten wir uns erstmal was zu essen gemacht. Schnell wurde klar, dass wir hier eine Overnight machen werden. Wir waren für uns, weit und breit nichts außer die Züge, die an uns vorbeigefahren sind. So schlugen wir unser Lager auf im oberen Teil des Turms. Mein Kollege macht noch ein paar Nachtaufnahmen. In der Nacht war es total ruhig, hier würde keiner mehr sein, oder hierherkommen. Natürlich kam es anders, denn wir haben nachts Stimmen und Autos gehört, aber haben uns auch keine Sorgen gemacht. 

Am nächsten Morgen wachten wir auf und haben unsere Sachen gepackt. Als wir die Location verlassen wollten, stand unten ein Auto. Wir konnten also nicht den gleichen Weg zurück nehmen, wie wir gekommen sind. So sind wir den unteren Weg zurück und waren in weniger als 15 Minuten wieder am Parkplatz. Erst da haben wir gemerkt, das Google Maps uns den völlig falschen Weg gezeigt hatte. Eine kleine Wanderung schadet aber auch nicht. Am Auto haben wir dann erstmal gefrühstückt und Hygiene betrieben. Sachen zusammenpacken und weiter geht es zur nächsten Location. 

Information: Die Haltestation war nie für die Öffentlichkeit bestimmt. Es war eine private Haltestelle für die Gäste des Château Royal d'Ardenne. Die Anreise dorthin sollte so bequem wie möglich sein. 1896-1919 war die Station im Betrieb und wurde danach nie wieder geöffnet. Dieses massive Gebäude ist seit über 100 Jahren verlassen.

Das Haus des Strohs 

Unsere erste Location für den Tag. Wir sind einmal an der Location vorbeigefahren und suchten einen geeigneten Parkplatz. Schließlich parkten wir ein Stück weg und machten uns zu Fuß dorthin. Wir sind in die ersten beiden Gebäude rein und fanden nichts vor außer einen kaputten Stuhl mitten im Raum. Wir dachten schon, das die Location entrümpelt wurde, oder sonstiges. 

Schließlich fanden wir aber hintenrum den richtigen Eingang durchs Fenster und schon waren wir drin. Wir waren echt überrascht, ich persönlich hatte schon lange nicht mehr so eine Zeitkapsel besucht. Uns fiel direkt das Bett auf, welches wohl mal auch mal mit Stroh gefüllt war. Und das alte Tv-Gerät, welches mit Sicherheit schon mindestens 50 Jahre alt ist. Hier ist die Zeit vor etlichen Jahrzehnten stehengeblieben und dafür war die Einrichtung noch sehr gut erhalten. Eine uralte Nähmaschine und viele alte Zeitungen. Die Älteste war von 1915. Dieses Stück Papier war einfach über 100 Jahre alt. Weiter geht in die Küche und dort schaute uns direkt ein Wildschwein an. Allerdings kein lebendiges, sondern ein Kopf, welcher wohl mal vom Besitzer erlegt wurde. Die Einrichtung der Küche erzählte eine stumme Geschichte, wie früher der Alltag ausgesehen haben muss. Inzwischen wissen wir alle gar nicht mehr, wie einfach es heutzutage ist, das Essen auf den Tisch zu bekommen. 

Weiter ging es in den Keller, dieser war kein Meter groß und lohnte wohl mal als natürliches Kühlungslager. Wir wollten noch in die erste Etage, aber die Böden waren schon durch, so haben wir es lieber sein lassen. Nach so vielen Jahren auf Tour kann man es zum Glück gut einschätzen, wann man es lieber nicht riskieren sollte. So haben wir die Location verlassen und sind zurück zum Auto. Ein wirklich toller Lost Place, dafür liebe ich diese Touren nach Belgien. 

Die zerstörte Villa

Nach einer Stunde Fahrt  waren wir an der nächsten Location. Der Eingang war sehr einfach zu finden, aber wohl zu einfach für manche. Ich selber hatte im Vorfeld schon Fotos der Location gesehen und wir waren schon gespannt. Wir wurden auch überrascht, allerdings nur im negativen Sinne. Diese Location war total zerstört. Wir sind dennoch durch und haben wahrscheinlich jeder nur 2-3 Fotos gemacht. Die Location war komplett uninteressant. Ich weiß leider nicht, was die ganzen Intelligenzverweigerer davon haben die Locations zu besuchen und dann komplett zu zerstören. Was haben sollte Leute davon? Nutzen solche Idioten das aus, um dort Dampf abzulassen, weil sie woanders nichts zu sagen haben?

Naja sind wir ehrlich, man kann natürlich nicht immer Glück haben, das ist klar. Solche Leute aber machen uns das Hobby kaputt und haben selber auch nichts davon. Weiter geht es zur nächsten Location. 

Die verlassene Radarstation

Nicht weit von der letzten Location entfernt befand sich die besagte Radarstation. Wir hatten diese nicht geplant, aber wenn wir schon in der Nähe sind, nehmen wir die natürlich mit. Als wir ankamen, hatte Google uns mal wieder den falschen Weg gegeben. Wir waren zwar da, aber kamen nicht weiter, da dort Flüchtlingslager steht. So mussten wir uns einen anderen Weg suchen und sind ein Stück gefahren. Dreistigkeit siegt und so haben wir einfach vor der Location geparkt. Als wir ausstiegen, hatte uns noch netter Fahrradfahrer auf dem Weg gegrüßt - er wusste ganz genau wo wir hin wollten. Das Haupttor war zu, sehr frisch sogar, aber daneben war ein riesiges Loch im Zaun, wo wir dann schließlich durch sind. Wir waren also auf dem Gelände. 

Und da stand auch schon die Radarstation. Wir sind direkt rein. Unten war es nicht wirklich interessant, so sind wir also direkt hoch zu der bekannte Kuppel und haben wahrscheinlich das gleiche Foto gemacht, wie hunderte Leute vor uns, weil es einfach nicht anders geht. So schade, dass sich um solche Gebäude nicht mehr wirklich gekümmert wird. Wir sind also raus und entdeckten, dass der Bunker dazu tatsächlich offen ist. Allerdings nur mit einer Leiter, oder Seil zu erreichen. Es scheint sich aber jemand drumherum zu kümmern. Der Rasen war frisch gemäht.

Wir sind zurück zum Auto und hatten schon großen Hunger. Wir sind also zum nächsten Imbiss gefahren und haben dort belgische Pommes und eine Frikandel zu uns genommen. Es war aber schon sehr spät und wir hatten noch keinen geeigneten Schlafplatz gefunden. So suchten wir ewig aber fanden keinen. Schließlich waren wir sehr abgelegen an einem Feld. Hier würde uns so schnell niemand finden. Wir schliefen dann im Auto für die Nacht. 

Maison Efeu

Der nächste Morgen brach an. Es muss gerade 07:00 Uhr gewesen sein, als wir uns fertig gemacht haben und direkt losgefahren sind zur nächsten Location. Wir sind gestern daran vorbeigefahren, allerdings ist diese Location mitten im Dorf und haben deshalb nochmal ein Stück weg geparkt. Wir haben erst keinen Eingang gefunden, doch dann war da dieses kleine Loch in der Hecke. Wenn wir zu dem Haus wollten, mussten wir allerdings über den kleinen Bach. Allerdings haben schon Leute vor uns mit Stahlstangen den Weg freigemacht und wir konnten so über den kleinen Bach balancieren. 

Die Scheune des Hauses war schon komplett hin, hier lohnte sich leider kein Foto mehr. Allerdings war der alte VW Bus sehr toll, welcher schon von der Natur eingenommen wurde und immer mehr verschwinden wird. Weiter zum Haupthaus fanden wir wieder nur Zerstörung vor. Wir sind dennoch durch und fanden eine Menge Bücher vor. Das Haus war sehr einsturzgefährdet aber suchten noch das eine bekannte Motiv. Dann wurde uns klar, dass wir eine Etage höher mussten. Die Treppe schon im sehr schlechten Zustand bin ich selber als ersten hoch und da war natürlich das bekannte Motiv. Den Raum selber haben wir aber nicht betreten, da man schon nach unten schauen konnte. So haben wir uns am Türrahmen hingestellt und unser Foto gemacht.

Leider war hier nicht mehr viel, aber dieses eine Motiv war schon echt toll. Zurück zum Auto ging es dann schon Richtung Heimat, wo wir noch eine alte Zeche besuchen wollte. 

Die alte Zeche

Zurück in Deutschland. Auf dem Rückweg wollte wir noch eine alte Zeche besuchen, welche wir schon eine Weile auf dem Schirm hatten. Der Haupteingang war leider zu und rechts stand ein besetzter Wagen von der Stadtverwaltung. So ging es schon einmal nicht. Wir sind zurück und sind außen herum über ein Feld, wo etliche Zäune des Geländes kaputt waren. Das war die einzige Möglichkeit, denn im vorderen Bereich der Locations gab es eine Menge Kameras. So kamen wir dann ganz einfach auf das Gelände. Wir wollten unbedingt in den Maschinenraum, aber fanden ihn nicht. So sind wir vorsichtig herumgeschlichen und haben alle Gebäude durchsucht, aber natürlich war es das Gebäude, was direkt hinter den Zäunen war, wo wir durch sind. 

Und auf einmal der Schock, uns schauten zwei Personen an. Eine Frau und ein Mann. Dass wir gesehen worden sind, war klar also direkt zu ihnen. Es stellte sich zum Glück heraus, das es ebenfalls Urbexer waren, die gerade auf das Gelände gelangt sind. 

Wir gingen die Treppe hoch und da waren auch die gesuchten Maschinenräume. Wie mächtig die längst verlassene Industrie wirkte. So endete auch unsere Tour und wir waren wieder jeder bei sich zu Hause.  

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